Der »Barfußdoktor« und die dringliche Solidarität

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Binayak Sen

Im Dezember 2010 wird der indische Sozialaktivist und Arzt Binayak Sen, bekannt als „Barfußdoktor“, in Raipur zur lebenslänglicher Haft verurteilt. Binayak Sen war Vizepräsident der Organisation „peoples union for civil liberties“ (PUCL) und setzte sich für die ärztliche Versorgung der verarmten Landbevölkerung sowie für die Rechte der indigenen Minderheiten Indiens ein.

Vorgeworfen wird ihm konkret Volksverhetzung und Unterstützung von Befreiungsbewegungen - als Grundlage für seine Verurteilung dient dabei ein Gesetz, das noch aus der Zeit der britischen Kolonialmacht stammt, namentlich das "Gesetz zur Vorbeugung gegen gesetzwidrige Aktivitäten", welches bereits als Legitimation für die Verfolgung Tilaks und Gandhis diente.

Indien, ein Land das immer wieder stolz seine demokratischen Errungenschaften preist, reiht sich durch solche Handlungen in den Konsens der westlichen Hegemonialmächte ein, die jegliche Opposition mit dem Pauschalverdacht des Terrorismus ersticken wollen. Die extreme Repression des indischen Staates verschärft sich dabei analog zur Zuspitzung der Konflikte zwischen den globalen Eliten und den indischen Ureinwohnern. Eine solche Verurteilung sogar bei bekannten Personen des öffentlichen Lebens ist tatsächlich keine Ausnahme, wie auch die drohende Gefängnisstrafe der bedeutenden indischen Schriftstellerin Arundhati Roy für ihren Solidaritätsbesuch bei den Adivasi zeigt.

Die Dämonisierung der humanitären Hilfe und zivilen Unterstützung Binayak Sens gegenüber der widerständischen indigenen Landbevölkerung zeigt die Bedeutung eines Projektes wie Sumud. Je stärker die Repression desto größer ist der Bedarf eines antagonistischen Gegenpols - Sumud spielt in diesem Gegenpol eine wichtige Rolle insofern, als es direkt vor Ort die indigene Widerstandsbewegung mitträgt, aber gleichzeitig nach außen auch als Sprachrohr dient.
Als Sumud wollen wir in Indien ein mobiles medizinisches Projekt am Rande der Konfliktzonen aufbauen und dadurch die indischen Ureinwohner in ihrem Kampf gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Verdrängung unterstützen - medizinisch und politisch.

Sumud, 12. Jänner 2011