Sumud kehrt nach Ein el-Hilweh zurück

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Kreative, konstruktive und politische Solidarität

Im August 2009 besuchte eine internationale Jugendbrigade das palästinensische Flüchtlingslager Ein El-Hilweh. Der Einsatz war Teil des gemeinsamen Projektes der europäischen Freiwilligenorganisation Sumud (arabisch für „Standhaftigkeit“) mit der palästinensisch-libanesischen Organisation Nashet. Junge Palästinenser/innen und Europäer/innen renovierten gemeinsam ein Gebäude, das im Zuge der aufeinander folgenden Belagerungen und Bombardierungen des Lagers zerstört worden war.

Das wieder hergestellte Gebäude wurde ein vielseitig nutzbares Gemeinschaftszentrum, ein Ort des Austauschs, des Erinnerns und des zivilen Engagements, ein Treffpunkt für die Jugend im palästinensischen Flüchtlingslager: Das Kulturzentrum trägt nun den Namen „Sumud“.

In diesem Jahr beginnt die zweite Phase für Sumud: Eine neue Brigade wird das Lager besuchen. Mit Hilfe von gesammelten Spenden sollen weitere Restaurationsarbeiten und die Möblierung des Hauses in Angriff genommen werden. Das Ziel ist aber noch höher gesteckt: Neben der Freiwilligenarbeit im Gebäude wird es einen Film-Workshop für palästinensische und libanesische Jugendliche sowie die internationalen Freiwilligen geben, die eine Videodokumentation über das Lager und das Projekt drehen werden.

Das Zentrum muss mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet werden um ein kleines, aber effizientes Medienzentrum zu werden, das es der palästinensischen Jugend im Lager erlauben wird, einen Weg zur Kommunikation mit der Außenwelt zu finden. Die Jugendlichen wollen über ihr alltägliches Leid, ihre sozialen und politischen Forderungen wie auch ihre Verbundenheit mit dem Recht auf Rückkehr nach Palästina und dem Führen eines würdevollen Lebens zu berichten.

Eine Delegation von internationalen Freiwilligen wird die gesammelten Spenden nutzen um im zweiten Schritt die Einrichtung und Ausstattung des Sumud Kulturzentrums in Ein El-Hilweh zu vervollständigen. Zusätzlich werden einige Videokameras und Computer für das Zentrum gekauft: Sie dienen als Trainingsmittel während der zweiwöchigen Anwesenheit der Brigade und werden anschließend dem Zentrum für den weiteren Gebrauch überlassen.

1. Video Workshop „Wir wollen leben!“
In den zwei Wochen werden zwei Gruppen von jungen Libanes/innen und Palästinenser/innen die Möglichkeit haben, das Erstellen von einminütigen Filmen über ihren Alltag in und um das Lager herum zu erlernen, wie auch den Gebrauch von Kameras und Produktionssoftware. Die gemischte Natur der Zielgruppe wird helfen, die Gettoisierung des Lagers zu durchbrechen und den Horizont sowohl der Jugend im Lager zu erweitern als auch das Wissen der libanesischen Jugend in der Stadt Sidon über das Leben im wenige Kilometer entfernten Lager zu erweitern.

Gleichzeitig wird es ein Training für die internationalen Teilnehmer/innen von Sumud geben. Ihr Ziel wird es sein, eine Dokumentation über das Sumud-Projekt zu produzieren.
Die Anleiterin ist Arab Lotfi, eine bekannte libanesische Filmregisseurin und politische Aktivistin. Sie hat mehrere politische und kulturelle Videodokumentationen über den Widerstand und das kulturelle Leben in Palästina, im Libanon und anderen arabischen Ländern gedreht. Ihr Film „A Short Visit“ (1999) ist eine Dokumentation über den Lebensalltag in Ein el-Hilweh und das Naji Ali Jugendzentrum.

Die Video Workshops:

Der Workshop dauert mindestens eine Woche, die Teilnehmeranzahl sollte nicht über 15 Personen liegen: Bei mehr Teilnehmern wird es zwei Workshops geben. Der Workshop wird im Sumud Zentrum in Ein El-Hilweh und im Zentrum für Kultur und Literatur in Sidon mit Teilnehmern von beiden Zentren statt finden.

Für die arabische Jugend wird der Workshop auf Arabisch gehalten, für die internationalen Teilnehmer gibt es eine Arabisch-Englische Übersetzung, während der Workshop für die internationalen Teilnehmer auf Englisch sein wird. In wenigen Tagen werden die Teilnehmer Wege zur Ideenfindung für Kurzfilme finden, wie die Ideen in kurze Sequenzen umgewandelt werden und mit welchen Techniken die Kamera eingesetzt werden kann. Die Kurzvideos werden in der Workshopzeit fertig gestellt werden.

Am letzten Tag werden die Ein-Minuten-Filme im Zentrum in Ein El-Hilweh während der Abschlussveranstaltung der Sumud Brigade 2010 gezeigt. Die Dokumentation der internationalen Teilnehmer sollte die Schlusszeremonie enthalten und wird anschließend im Zentrum produziert und gezeigt. Auf Spendensammlungs-Treffen wird der Film auch in Europa zu sehen sein.

2. Ausstattung und Einrichtung des Sumud Zentrums in Ein El-Hilweh

Dieser Teil des Projekts setzt das Sumud-Projekt 2009 fort und hat die Ausstattung des Gebäudes, in dem das kulturelle Zentrum im letzten Jahr von der Brigade eingerichtet wurde, zum Ziel. Internationale Freiwillige und Nashet-Aktivisten (10-20 Personen, die nicht an dem Filmworkshop teilnehmen) werden die Aufgabe haben, die gekauften oder gesammelten Möbel zu renovieren und in Stand zu setzen. Dabei werden Fachleute vor Ort helfen, das Projekt zu entwickeln und unter technischen Aspekten anzuleiten, um zu klären: Welche Möbel sind am Nötigsten, welche werden selbst hergestellt und wo werden sie im Zentrum eingesetzt; welche Aspekte der Handarbeit können von den Freiwilligen während ihres Aufenthalts bewältigt werden, auch unter dem Aspekt, dass sie vermutlich keine Erfahrung haben, und mit besonderer Beachtung der Sicherheit der Arbeiter. Es wird einen Arbeitsplan in mehreren Phasen geben. An den Vormittagen während des Aufenthaltes soll gearbeitet werden, einige für Exkursionen reservierte Tage ausgenommen.

Wir wollen auch ein Computernetzwerk einrichten und einen Multimedia-Raum ermöglichen: Eines der Ziele des Jugendzentrums wird die Verbindung mit der Welt sein, um die Wahrheit über das Leid von Millionen palästinensischer Flüchtlinge zu zeigen und zu erklären, was ihnen das unantastbare Recht auf Rückkehr nach Palästina gibt. Um das Netzwerk einzurichten sollten zusätzlich zu einem guten Arbeitsplatz Computer, von unseren Spenden gekauft, einige ungebrauchte Computer (mindestens drei oder vier) von Personen oder Institutionen gesammelt werden um als Terminal genutzt zu werden.

Alternativ können kaputte Rechner und funktionierende Einzelteile von einigen Freiwilligen mitgebracht und eingesetzt werden. Aufgrund der hohen Transportkosten sollte der Kauf und das Sammeln im Libanon stattfinden.

3. Soziales und politisches Programm

Neben dem Videoworkshop und der Freiwilligenarbeit im Gebäude sind politische Solidaritätsarbeit und soziale Aktivitäten wesentliche Bestandteile die Sumud-Brigade 2010.

Die Teilnehmer werden die libanesische und palästinensische politische Realität vor Ort kennen lernen. Der Besuch symbolischer Orte und Treffen mit prominenten Repräsentanten von politischen Parteien sind vorgesehen.

Geplante Exkursionen:

Sabra-Shatila-Lager: Shatila ist das größte palästinensische Flüchtlingslager nahe Beirut und ein wichtiger Ort des palästinensischen Widerstands. Das Lager ist durch die Massaker nach der israelischen Invasion in den Libanon 1982 bekannt geworden, als über 3000 Personen von faschistischen christlichen Milizen und der israelischen Armee ermordet wurden.
Das Lager umfasst auch den Friedhof der palästinensischen Märtyrer, der einzige nicht-konfessionelle Friedhof in der arabischen Welt, auf dem politisch aktive muslimische, christliche und jüdische Märtyrer begraben sind.

Sidon, Tyrus und Südlibanon: Die zwei größeren Städte im Südlibanon, Sidon und Tyrus, werden besucht. Neben Stadttouren wird eine Exkursion in die südliche Grenzzone organisiert, in der die wichtigsten Kampfplätze des Krieges von 2006 liegen.

Flüchtlingslager Nahr El-Bared, das vollständig von der libanesischen Armee zerstört wurde.

Während ihrer Anwesenheit werden die internationalen Freiwilligen folgende Treffen haben:
- Repräsentanten von politischen Fraktionen im Lager;
- Repräsentanten von palästinensischen und libanesischen Widerstandsorganisationen und der Zivilgesellschaft im Südlibanon;
- Lokale libanesische Autoritäten;
- Repräsentanten der libanesischen Presse während einer Pressekonferenz.

Information und Bewerbung:

Kontakt Deutschland:
01 785390353
info@sumud.de

Kontakt Österreich:
0650 4799701
info@sumud.at

Wir brauchen ein paar Euros mehr

Der Wiederaufbau des Gebäudes, das als politisches und kulturelles Zentrum genutzt wird und offen für alle jungen Menschen im Lager sein soll, kostet (zusätzlich zu den fast drei Wochen Arbeit von rund zwanzig Freiwilligen, die ihre Reise, Unterbringung und Ausgaben selbst tragen) 10.000 €, auch das Mobiliar und die Ausstattung des renovierten Gebäudes ist teuer.

Sumud ist keine NGO, es ist von keiner Regierung subventioniert, auch nicht von der Europäischen Union oder der UNO. Das Geld, das wir für dieses Projekt nutzen wird sauber sein, es wird nicht von denselben Institutionen kommen, welche die Aggression gegen das palästinensische Volk unterstützen oder mittragen.

Wir haben bereits viel erreicht, aber wir können die benötigte Summe, um das Zentrum einsatzfähig zu machen, nur durch die Teilnahme vieler Menschen erreichen.

Wenn Du interessiert an unserem Projekt der Gebäudesanierung für Förderunterricht bist, kannst Du in unserer englischen Broschüre einen kurzen Einblick bekommen.
Du kannst durch einen Klick hier auswählen, ob Du per Paypal Account, Kreditkarte (normal oder prepaid) oder über einen Online Transfer spenden möchtest.

Für die traditionelle Bezahlmethode kann hier gespendet werden:
Sumud: volontariato e resistenza
an: Banca Popolare Etica
IBAN: IT19U0501802800000000127032
BIC: CCRTIT2T84A

Bitte kontaktiert uns bei Zweifeln, Fragen oder für mehr Informationen.

www.sumud.org